Kommunikationsprobleme
… auf dem Land gibt es noch keine WELT KOMPAKT zu kaufen.

Ich weiß nicht, was schlimmer ist: Dass die WELT KOMPAKT auf dem Land noch nicht angekommen ist, oder dass das Land die WELT KOMPAKT noch nicht entdeckt hat. Nicht dass ich die WELT KOMPAKT in hohen Wellen loben möchte, vor allem nicht die im Bild zu sehende gestern einmalig erschienene Scroll-Edition, komplett von Bloggern und Twitterern befüllt. Kritik könnt ihr auf anderen Blogs lesen.
Dennoch ist das Format und das Schlanke eine sehr interessante Form der Tageszeitung, wenn man vom tiefgründigeren Formatpendant Handelsblatt absieht, was ungefähr dreimal so teuer und fünfmal so umfangreich ist. Aber eigentlich sollte das gar nicht meine Frage sein, denn was interessiert mich die Besetzung des ländlichen Kiosks, ganz davon abgesehen, dass es hier nicht mal einen Check-In bei Foursquare gibt.
Was mich interessiert: Sind wir eigentlich “nur” ein Herdentier oder doch eher alle Kommunikationssüchtige? Denn: Diese weltbewegende Frage, ob die WELT KOMPAKT zum Lande kommt oder das Land zur WELT KOMPAKT hätte ich früher sicher entweder für mich behalten, oder aber maximal dem nächsten Opfer gestellt. Heute veröffentliche ich solche Fragen bei Facebook, Twitter und das alles ohne Anspruch auf Feedback. Denn ich erwarte nicht auf alles eine Antwort. Schließlich kennt man die Antwort auf Alles gar nicht – oder so ähnlich. Dazu muss man sich den Film “Per Anhalter durch die Galaxies” anschauen; so ähnlich habe ich mich auch gefühlt, als ich auf dem Land beim 4. Kiosk nach der WELT KOMPAKT gefragt habe. Wohl aber: Sind wir nun kommunikationssüchtig? Aus dem Grunde, dass wir uns mitteilen wollen? Oder aus dem Grunde, dass wir Input, Input und Input haben möchten? Kann man das Pauschalisieren, wenn man die These abstrakt formuliert? So in etwa:
Wir sind doch alle nur Kommunikations-Gunstgewerbler.









